Bibliothekskongress in Leipzig Meeting Minutes

GNARP-Meeting, 21.03.2007 BID-Kongress in Leipzig

Anwesende: Dr. Jens Mittelbach (Göttingen), Michael Seadle (Humboldt), Elke Greifeneder (Humboldt), Sebastian Hierl (Harvard), Paul Ulrich (ZLB, Berlin), Mareike Rake (Wolfenbüttel), Benjamin Blinten (Freie Universität), Nancy Ratczak (US Embassy, Berlin)

• Ziel des Meetings war, die Frage zu klären, was sich die deutschen Bibliothekare bzw. GNARP-Mitglieder von GNARP wünschen und welche Art der Zusammenarbeit angestrebt werden soll. Insbesondere unter dem Aspekt, dass es auch ein Angebot der Zusammenarbeit mit LITA gab. (http://www.lita.org/ala/lita/litaresources/litajobsite/litajobsite.cfm)
• Besonderes Interesse hatten alle Beteiligten an einem Austauschprogramm mit den USA. Das Standardmodell eines Praktikums über drei Wochen sei jedoch zu kurz.
• Um ein Praktikum in den USA machen zu können, seien heute direkte Ansprechpartner in den Bibliotheken nötig. Nur über Kontakte käme man an Praktika, eine zentrale Anlaufstelle gibt es meistens nicht. Für ein Austauschprogramm würde man also konkrete Ansprechpartner in den Bibliotheken vor Ort benötigen.
• Gewünscht wird ein Austausch nicht nur für Studenten, sondern vor allem für Professionals, d.h. hauptsächlich im Beruf stehende Bibliothekare. Dabei ergibt sich das Problem der Freistellung. Drei Wochen sind zu kurz, aber länger kann keine Bibliothek ihren Mitarbeiter entbehren.
• Ideal wäre ein gleichzeitiger Austausch von Mitarbeitern, wie er zum Beispiel an der Landesbibliothek Berlin und der BPI praktiziert wird. Die Arbeit würde nicht äquivalent ersetzt, aber zumindest zufrieden stellend. Auch Videokonferenzen wären möglich, allerdings wurde der Wunsch geäußert, erst die Personen persönlich kennen zu lernen und dann den kontinuierlichen Austausch per Videokonferenz und Chat zu fördern.
• Interesse bestünde aber auch an in bibliothekatrischer Ausbildung befindliche Praktikanten aus den USA, die bei Projekten helfen könnten, da Personalmangel herrscht. Für diese Studenten könnte man sich dann eventuell persönlich um Unterkunft kümmern.
• Ein Austausch für Studenten sollte wegen des Aufwands möglichst lange sein, für Professionelle ist dies nicht möglich, deshalb eher Kurzaufenthalte.
• Eine weitere Möglichkeit wäre zum Beispiel eine zweiwöchige Studienreise, in der man in verschiedenen Bibliotheken aufgenommen wird und für Unterkunft vor Ort gesorgt wird. GNARP müsste die Rahmenbedingungen dafür schaffen.
• Der zweite Schwerpunkt des Treffens war die stärkere Zusammenarbeit amerikanischer und deutscher Bibliothekare.
• Konkrete Projekte mit Bibliotheken aus den USA sind gewünscht. Projekte sind zudem eine gute Begründung für Geldmittel. Sie offerieren konkrete Resultate, die man vorzeigen kann.
• Vorgeschlagen wurde ein Ausbau von Question Point, als relativ einfach und schnell realisierbares Projekt, das auch die Bildung von Virtuellen Konsortien ermöglicht.
• Die ViFa Anglo-American Culture (Göttingen) als überregionales Angebot wünscht sich internationale Kooperation. Das wäre ein guter Bezugspunkt für die DL Working Group.
• Weiterer Wunsch: Die beiden Länder sollten kompatibler werden (siehe zum Beispiel DDC). Die DNB sollte deshalb unbedingt Partner in GNARP werden.
• Frage: Welche Rolle sollten deutsche Bibliotheken in der Leitung von GNARP spielen?
• Entscheidung: Gründung einer deutschen Arbeitsgruppe zur Organisation der Zusammenarbeit bzw. zu deren Intensivierung (Herr Mittelbach und Benjamin Blinten).
• Die deutsche Arbeitsgruppe sollte Teil von GNARP sein und keine Untergruppe. Die AG sollte sich nicht nur auf Austausch beschränken. In einem ersten Schritt werden potenziell Interessierte aus dem Kreis deutscher Fachreferenten angesprochen und dann der Rücklauf dessen bezüglich eines weiteren Vorgehens analysiert.
• Als weiterer Diskussionspunkt wurde Interesse an einem Digitalisierungsprojekt für deutschsprachige Dissertationen besprochen. Alle Teilnehmer bekundeten Interesse an einem Projekt, dass deutsche Dissertationen aus dem 19. Jahrhundert frei zugänglich machen würde. Die Humboldt Universität wurde als möglicher Ansprechpartner empfohlen.

Protokoll: Elke Greifeneder

Last updated August 18, 2008